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Yocto-Schulung: die eigene Linux-Distribution beherrschen

Drei Tage, in denen aus „irgendwie baut es“ ein verstandener, reproduzierbarer Build wird. Wir arbeiten am lebenden Objekt: BitBake, Layer, Rezepte und ein Image, das am Ende auf echter Hardware startet – wenn Sie möchten, auf Ihrer.

Niveau
Fortgeschritten
Dauer
3 Tage
Formate
Inhouse · Remote

Schwerpunkte

  • BitBake & Metadaten
  • Eigene Layer & Rezepte
  • Image- & BSP-Anpassung
  • Builds in der CI

Für wen diese Schulung gedacht ist

Für Entwicklungsteams, die ein Produkt auf Embedded Linux bauen und dabei an den Punkt gekommen sind, an dem ein Vendor-Image nicht mehr reicht. Typischerweise existiert bereits ein Yocto-Setup – geerbt vom SoC-Hersteller oder von einem Vorgänger zusammengesteckt – das funktioniert, solange niemand daran rührt. Genau dieses Unbehagen räumen wir aus.

Die Schulung richtet sich an Software-Entwickler, Build- und Integrationsverantwortliche sowie an alle, die perspektivisch das BSP eines Produkts pflegen sollen.

Inhalte

Tag 1 – Das Modell verstehen. Warum Yocto so aufgebaut ist, wie es aufgebaut ist. BitBake als Aufgaben-Engine, der Unterschied zwischen Rezept, Klasse und Konfiguration, und wie aus Metadaten ein Abhängigkeitsgraph wird. Wir bauen ein erstes Image und sehen uns an, was dabei tatsächlich passiert – inklusive der Verzeichnisse, in denen man beim Debuggen landet.

Tag 2 – Eigene Layer und Rezepte. Ein Produkt-Layer von Grund auf: Aufbau, layer.conf, Prioritäten. Rezepte für eigene Anwendungen schreiben, Quellen einbinden, patchen, konfigurieren, installieren. Bestehende Rezepte über Bbappends erweitern, ohne fremde Layer zu verändern. Kernel-Konfiguration und Device Tree als Teil des Layers statt als lokale Änderung im Kernel-Baum.

Tag 3 – Produktion. Image-Anpassung und eigene Image-Rezepte, das SDK für die Anwendungsteams, Paket-Feeds. Der Shared-State-Cache und was ihn ungültig macht – der wichtigste Hebel für erträgliche Build-Zeiten. Reproduzierbare Builds in der CI, Umgang mit Versionsständen und LTS-Zweigen. Zum Abschluss Lizenz-Manifeste, SBOM und cve-check, also die Werkzeuge, die für regulierte Produkte den Unterschied machen.

Was Ihr Team danach kann

Ein neues Paket sauber in ein Produkt-Image bringen, ohne einen fremden Layer anzufassen. Einen Build reproduzieren, der vor sechs Monaten lief. Erkennen, warum ein Rebuild plötzlich vierzig Minuten dauert, und den Shared State gezielt nutzen. Und einschätzen, welche Änderungen in den Produkt-Layer gehören und welche upstream.

Voraussetzungen

Sicherer Umgang mit der Linux-Kommandozeile. Grundverständnis vom Aufbau eines Linux-Systems. Ein Rechner mit ausreichend Rechenleistung und Plattenplatz für einen Yocto-Build – die genauen Anforderungen stimmen wir vorab ab. Yocto-Vorkenntnisse sind nicht nötig.

Format und Ablauf

Die Schulung dauert drei Tage und läuft als Inhouse-Veranstaltung bei Ihnen, remote per Videokonferenz oder als Kombination. Der Anteil an eigener Arbeit liegt bei deutlich über der Hälfte der Zeit – Vortragsblöcke sind kurz und dienen dazu, die nächste Übung einzuordnen.

Wir richten den Inhalt an Ihrem Stand aus: Ein Team, das bereits ein Yocto-BSP betreut, bekommt andere Schwerpunkte als eines, das gerade erst startet. Vor der Schulung klären wir in einem kurzen Gespräch, wo Ihr Team steht und welche Fragen aus dem Alltag mitgebracht werden sollen.

Häufige Fragen

Welche Vorkenntnisse brauchen die Teilnehmer?
Sicherer Umgang mit der Linux-Kommandozeile und Grundverständnis davon, wie ein Linux-System aufgebaut ist. Yocto-Vorkenntnisse sind ausdrücklich nicht nötig. Wer noch nie ein Embedded-Linux-System aus dem Quelltext gebaut hat, ist mit unserer Embedded-Linux-Schulung als Vorstufe besser bedient.
Können wir die Schulung auf unsere eigene Hardware zuschneiden?
Ja, und das ist der Normalfall. Wenn Sie uns vorab Board und BSP nennen, bereiten wir die Übungen darauf vor, sodass Ihr Team am Ende der Schulung an genau der Plattform gearbeitet hat, die es danach betreut. Alternativ arbeiten wir auf einer gestellten Referenzplattform.
Wie groß sollte die Gruppe sein?
Vier bis acht Teilnehmer sind ideal. Yocto lebt vom Selbermachen, und ab etwa zehn Personen bleibt zu wenig Zeit, um jedem beim eigenen Build über die Schulter zu schauen. Bei größeren Teams teilen wir lieber auf zwei Durchgänge auf.
Findet die Schulung bei uns oder remote statt?
Beides ist möglich. Inhouse hat den Vorteil, dass Ihre echte Hardware auf dem Tisch liegt; remote sparen verteilte Teams den Reiseaufwand, und jeder arbeitet auf seiner gewohnten Maschine. Der Inhalt ist derselbe.

Fachartikel zum Thema

Vertiefendes aus unserem Blog – dieselben Themen, ausführlich.

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